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Mayas Blog über aktive, gesunde, natürliche & nachhaltige Lebensweise

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GeldVor einer Woche startete Franzi mit Ihrem Blog "Wo gehts zum Gemüseregal?" einen interessanten Test. Sie versuchte herauszubekommen, ob es möglich ist von 20,- Euro pro Woche gesund und Bio leben zu können. Nachdem ich mir nun eine Woche lang mitansehen musste, wie die arme Franzi in Ihrem Experiment "litt", möchte ich dazu meine Gedanken und Erfahrungen loswerden.

Erstmal danke an Franzi, die so toll durchgehalten hat. Aber noch viel mehr danke ich den Menschen, die tatsächlich von sehr wenig Geld leben müssen. Egal wodurch sie in diesen Umstand gelangt sind, ob alt oder jung, ob Rentner oder Student. Wenn man nur so wenig Geld zur Verfügung hat bleibt gesunde Nahrung auf der Strecke. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als meine Familie und ich vor vielen Jahren selber in die Hartz4-Mühle geraten sind. Momentan bekommt ein Hartz4 Empfänger 132,71 € im Monat für Lebensmittel, das entspricht 33 € pro Woche (Stand: Januar 2014). Für Partner und Kinder fällt der Satz noch viel Kleiner aus. Da versucht man als Mutter einfach nur irgendwie die Mägen der Meute zu füllen, doch grossartig auf gesunde Nahrungsmittel oder gar Biosachen zu schauen ist überhaupt nicht möglich. Viele tote Kalorien durch Nudeln, Brot & Co. machen zwar satt aber enthalten kaum Vitamine, keine Nährstoffe, nichts. Auch wenn man ein wenig Gemüse dazu zubereitet, es ist einfach immer noch zu wenig. Kein Wunder sehen diese Menschen krank und blass aus. Wir waren ziemlich oft krank in der Zeit. Was aber sicherlich auch mit der seelischen Belastung zusammen hängen mag, was auch Franzi in Ihrer Testwoche bemerkte. Situationsbedingt leidet die Laune, man wird schneller depressiv und auch anfälliger für Krankheiten.

Gemüse und Obst mittels Geschenke

Ich habe damals schon gefunden, dass es nicht möglich ist mit dem Hartz4 Satz gesund zu leben. Doch der Behörde war das natürlich egal. Unser weniges Obst und Gemüse bekamen wir wenigstens von der Tafel und ab und zu Geschenke von Bekannten und Verwandten. In der Sommer- und Herbstzeit kann man noch herumschauen, auf welchen Bäumen und Hecken Früchte sind und den Eigentümer fragen ob man sie pflücken kann, falls er selber sie nicht benötigt. Aber in der Winterzeit ist es einfach nur ganz schlimm. Wir mussten von der Tafel und Geschenktem leben oder Sachen die die Supermärkte aussortierten. Bio war einfach nicht drin. Es sei denn ich kam auf den Wochenmarkt, da gab es eine Bäuerin, die mir hin und wieder Biogemüse schenkte.

Nicht jeder Hartz-IV Empfänger ist ein Sozialschmarotzer!

Dass der Hartz4 Satz niedrig gehalten wird ist klar, damit die Menschen einen "Ansporn" haben sich nach Arbeit umzusehen. Doch wird dabei vergessen, dass sehr sehr viele Empfänger der Sozialleistungen Menschen sind, die keine Möglichkeit haben aus dieser Abwärtsspirale zu entkommen. Jedes Mal während wir an der Tafel warteten kamen wir mit einigen Menschen dort ins Gepräch. Mal war es eine junge Familie mit Kinden, wo der Vater nach einem Unfall arbeitsunfähig war. Er konnte kaum auf die Kinder aufpassen, damit die Frau wenige Stunden putzen gehen konnte um ein wenig das Einkommen aufzubessern. Dann wiederum standen sehr viele alte Frauen an, die zu geringe Rente infolge der Kindererziehungszeiten hatten. Was läuft an unserem System falsch, wenn eine Frau zig Kinder in die Welt setzt, sie großzieht aber für diese Zeiten keine Rentenpunkte bekommt und dann im Alter von Hartz4 leben muss? Auch ältere Männer sind darunter, denen mit 50 gekündigt wurde, da zu alt und dann keinen Job mehr bekamen und nun deswegen zu wenig in die Rente gezahlt haben. Aber auch viele junge Leute, meist in Ausbildung oder Studium waren an der Tafel zu finden. Wir haben es zum Glück aus diesem Sumpf herausgeschafft, doch vielen ist es überhaupt nicht mehr möglich. Warum darf man diesen Menschen eine Existenz in Würde und Gesundheit verwehren? Mit welchem Recht müssen sie ihre Mägen mit ungesunden Nahrungsmitteln füllen? Merkwürdigerweise sind es auch Menschen, die einen Vollzeitjob haben, aber durch den geringen Verdienst in manchen Berufen einfach nicht genügend Einkommen für Miete, Strom, Lebensmittel & Co. haben.

Gesellschaftlicher Tod

Aber das Schlimmste war für mich die Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Nicht nur dass man von den Mitarbeitern der Sozialstelle(n) von oben herab als Sozialschmarozer angesehen wurde. Mit uns wurde viel Schikane betrieben. Formulare mussten immer wieder und mehrfach eingeholt und nachgereicht werden mit der Begründung, dass es nicht vorliegen würde oder sonst einer fadenscheinigen Ausrede. Ein Mitarbeiter sagte sogar damals, wir sollten doch unsere Wohnung verkaufen und davon leben, er hätte schliesslich auch keine Eigentumswohnung.
gesunde BrotzeitDa die Kinder an vielen Aktivitäten nicht teilnehmen konnten, weil einfach das Geld fehlte, wurden auch sie von anderen Kindern ausgegrenzt. In der Schule musste man sich von Lehrern blöde Sprüche hören. Obwohl jedes Kind jeden Tag eine Brotzeit mit Obst mitbekam. Dabei weiss ich, dass die meisten Mütter zu faul sind ihren Kindern ein Brot zu schmieren. Lieber gibt es ein Schokocroissant mit oder anderen Süßkram. Sogar Chips waren bzw. sind bei manchen dabei. Da bin ich doch stolz, dass ich IMMER darauf geachtet habe, dass sie eine gesunde Brotzeit haben. Und mir war es nie zuviel, den Kinder die Brotzeit hübsch zuzubereiten und dafür früher aufzustehen. Doch die verlangten Markenprodukte der Lehrer, die ja sooo wichtig sind, waren dann nicht drin. Auch jetzt verzichte ich immer noch darauf und kaufe nur ökologisch sinnvole, nachhaltige Schulsachen.

Es geht aufwärts

Zum Glück haben wir es mit viel Geduld und Fleiß wieder aus dem "Sumpf" herausgeschafft. Ich kann nur hoffen, niemals wieder hineinzugeraten. Meine Bitte an Euch: Seht sie Hartz4 Menschen nicht als Abschaum an. Helft ihnen lieber. Vielleicht nicht umsonst, da auch diese Menschen ihren Stolz haben und nicht unbedingt etwas geschenkt haben wollen. Zum Beispiel könnte man eine Omi fragen ob sie nicht mal auf die Kinder achten könnte und ihr dafür eine Ladung Lebensmittel in Bioqualität geben. Oder einen jungen Menschen bitten bei den Einkäufen zu helfen. Vielleicht habt auch Ihr noch Ideen. Ärmere Mitmenschen gibt es jedenfalls überall.


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