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Mayas Blog über aktive, gesunde, natürliche & nachhaltige Lebensweise

Zug um zug ziehen meine Rezepte auf meinen Rezepteblog www.88mk.de um

nur mit Wasser gewaschenIch hatte schon öfter davon gelesen, dass es immer mehr Menschen gibt, die wieder dazu zurückkehren, die Haare ohne Shampoo („No Poo“ ), nur mit Wasser (WO – water only) zu waschen. Das machte mich so neugierig, dass ich im Rahmen meiner Zero-Waste-Umstellung, das ebenfalls ausprobieren wollte. Einerseits um Müll und Geld zu sparen, andererseits weil mich die Idee reizte, dass es von Natur aus ohne Shampoo gehen musste. Denn wenn man so zurückdenkt, die Höhlenbewohner (und die anderen menschlichen Vorfahren) hatten sicherlich weder Shampoo noch Seife und wurden auch sauber.

Aller Anfang ist schwer

Für den Anfang stattete ich mich mit Zitronen aus. Ich hatte nämlich gelesen, dass es genügte die Haare zwischendurch mit etwas Zitronensaft zu waschen. Natürlich würde das nicht schäumen, wie ich es gewohnt war, die Reinigungsleistung sollte aber gut sein. Nach einer Woche hielt ich es dann nicht mehr aus, die Haare waren schon extrem fettig und es juckte mir die Kopfhaut wie wahnsinnig. Zuerst drückte ich den Saft einer ganzen Zitrone aus und füllte den Rest bis 300ml, mit Wasser auf. Ich trug den verdünnten Zitronensaft auf die nassen Haare auf, und massierte ordentlich meine Kopfhaut. Immer wieder gab ich etwas Zitronensaft erneut drauf und so dauerte diese Prozedur doch ziemlich lange.
Nachdem ich die Haare geföhnt hatte, musste ich eingestehen, dass sie sauber waren, sehr voluminös, und das Kopfjucken war vorbei. Einen Tag später sahen sie jedoch wieder ziemlich ungewaschen aus, fühlten sich aber dennoch sauber an. Egal was ich machte, dieses ungewaschene-Haare-Aussehen blieb. Blieb mir nur die Möglichkeit einen Zopf zu machen oder die Haare mit Kämmchen hochzustecken. Ich wusch zwar alle paar Tage die Haare mit Zitronensaft, aber der Zustand verschlechterte sich zusehends, bis ich es nach 4 Wochen nicht mehr aushielt und Shampoo nahm.
 

Hilfe gesucht und gefunden

Ich versuchte herauszufiinden, was ich falsch gemacht hatte, und fand auch Hilfe in Facebook-Gruppen. Anscheinend ist diese nur-mit-Wasser-waschen-Methode nicht für alle „Köpfe“ die Richtige, doch das wollte ich nicht glauben. Jedenfalls las ich sehr viel und holte mir einige Durchhalte-Tips. Während der Dauer meines Experimentes musste ich auch feststellen, dass es keine allgemein gültigen Tipps gibt. Denn da jeder Kopf, jede Haare, jeder Mensch anders ist, führen auch hier mehrere Wege zum Ziel. Mein Tipp für Nachahmer: durchhalten und eigenen Weg finden! Und: alles ausprobieren, auch wenn es sich noch so bescheuert anhört ;)
 

Meine Vorraussetzungen

Ich habe sehr feine Haare und zum Beginn des Experimentes (aufgrund einer Eisenaufnahmestörung) auch sehr wenige Haare. Schulterlang, schnell nachfettend, spätestens alle 2 Tage musste ich waschen. Nur mit viel Haarspray und Stylingprodukten konnte ich wirklich gute Frisuren machen. Ich föhnte die Haare IMMER da meine Kopfhaut extrem anfällig ist, wenn sie feucht ist. Ausserdem hatte ich immer wieder mit Schuppenflechte und juckenden Ausschlägen zu kämpfen.
 

Wichtiges Wissen

Ich erfuhr im Netz, dass das eklige Zeug, welches sich auf meinem Kopf bildete, nicht alleine Fett war, sondern auch Sebum. Das ist eine Körperflüssigkeit, welche die Haare umhüllt, pflegt und glänzen lässt. Leider ist die Sebumproduktion anfangs sehr gesteigert (durch das jahrelange wegwaschen) und auch sehr sehr dickflüssig. So hat man wochenlang (unter Umständen sogar monatelang) einen „Wachshelm“, was nicht nur eklig aussieht, sondern sich auch komisch anfühlt.
Während der Umstellung ist es deswegen ganz wichtig die Haare zu bürsten. Und zwar oft und ausgiebig. Man muss sich das Bürsten als Reinigung der Haare vorstellen. Denn durch das regelmässige ausgiebige Bürsten wird das Sebum in die Spitzen verteilt, also von der Kopfhaut weg. So kann man dazwischen etwas besser aussehen, aber auf alle Fälle werden die Spitzen damit gepflegt. Ausserdem hilft es die Schuppen, den Staub und andere Verschmutzungen auf der Kopfhaut zu lösen. Dadurch wird auch das Jucken weniger. Am besten sind hier Wildschweinborstenbürsten oder Sisalbürsten (für Veganer). Wobei aber auch hier nicht jede Bürsten für jeden Menschen „passt“. Ich musste 4 verschiedene Sorten ausprobieren, bis ich die Richtige hatte, und gute Bürsten sind nicht gerade billig.
 

Besser vorbereitet

Inzwischen wusste ich, je weniger in den Kreislauf der Talgproduktion der Kopfhaut eingegriffen wird, umso besser und umso schneller.
Da ich mein Leben lang schon Shampoo nutzte, musste ich mindestens 8 Wochen Umstellung einplanen. Es wurden weitaus mehr, aber dazu später mehr.
Zuerst suchte ich mir in Pinterest einige Ideen für Frisuren für ungewaschenes Haar. Da gibt es jede Menge, für längere Haare ist es sogar einfacher als für meine kinnlangen. Mein Tipp: Badefrisuren oder Schwimmfrisuren! Die sehen im nassen Zustand am besten aus, da fällt es nicht auf, ob das Haar fettig, nass oder ungewaschen ist. Hier geht es zu meinen Pins
#HAIRrlichFettversteckfrisuren #Fettversteckfrisuren
 

Anfangsreinigung, Trockenshampoo und Rinse

Zuerst reinigte ich die Haare einmal mit Natron (Rezept unten). Natron ist dazu da, um Rückstände von Shampoos & Stylingprodukten zu entfernen. Da es aber die Haare extrem austrocknet, wirklich nur ein einziges Mal anwenden. Es schäumt ganz leicht und ich hätte nie so ein Reinigungsergebnis erwartet. Unglaublich wie sauber die Haare damit wurden.
 
mit Trockenshampoo gewaschenNachdem die ersten 4 Wochen Water-Only herum waren, muss ich sagen, dass es mir diesmal leichter fiel. Für den „Notfall“ hatte ich mir ein Trockenshampoo „gebastelt“ (Rezept unten). Es funktioniert ganz gut, wirkt keine Wunder, aber greift in den Rückfettungsprozess nicht ein. Benutzt habe ich es letztendlich nur einmal, denn ich kam auch ohne ganz gut zurecht. Unglaublich wie der Glaube an den Erfolg dabei helfen kann.
 
Das ganze Zitronensaft, Apfelessig, Kastaniensud, etc. Rinsen-Zeug hat bei mir keinen Wert. Es gibt so viel was die Leute in die Haare kippen, mir hat es gar nichts gebracht. Da ist wohl wirklich jeder Kopf anders.
 
Als es dann draussen sehr heiß war, war es angenehm die Haare nach dem waschen nur zurückzukämmen und so lufttrocknen zu lassen. Oder in Locken zu drehen und trocknen zu lassen, sieht auch nach Badefrisur aus. Verschiedene Hochsteckmöglichkeiten hatte ich schon durch, also alles in allem ging es. Falls Ihr mal auch so eine Umstellung machen wollt, dann im Sommer, da man alles als Badefrisur „tarnen“ kann, oder im Winter, wenn man eh immer Mütze trägt.
 
Nach fast genau 6 Wochen konnte ich feststellen, dass die Fettproduktion der Kopfhaut merklich nachließ, und die Haarspitzen fettiger als die Kopfhaut waren, das ganze Bürsten brachte also was. Sah ganz witzig aus, aber immerhin bekam ich vom Haaransatz so mehr Volumen zurück. Weiterhin morgens und abends viel Bürsten, ich habe mir jeweils 49 Bürstenstriche vorgenommen. Warum 49 und keine 50? Nach uralten Regeln soll alles im Leben durch 3 oder 7 teilbar sein. Wie man richtig kämmt, könnt Ihr in Youtube ansehen, da gibt es richtig gute Videos. Immer schön die Haare abteilen und Strähne für Strähne bürsten. Weder zerren noch reissen, das mögen die Haare nicht.
 
Nach 10 Wochen kam wieder eine Art kleiner Durchbruch. Meine Haare hatten noch einmal richtig mies gefettet, als ob es um alles ginge. Doch nach dem Waschen (natürlich nur mit Wasser) waren sie dieses Mal herrlich: Sauber, voluminös, keine Spur von Fettigkeit, eine wunderschöne Mähne. Unglaublich, ich hatte schon daran gezweifelt, dass es wirklich funktioniert. Und der ganze Trick dabei war die Wassertemperatur! Bisher hatte ich die Haare immer beim duschen gewaschen, und da ich warm dusche, auch warm die Haare gewaschen. Das ist aber der Fehler gewesen. Denn der Kopf mag und verträgt es kälter und nachdem ich mit recht kühlem Wasser gewaschen habe, wurde das Haar so toll! Hört sich doof an, aber wascht die Haare, indem ihr den Kopf in einen Eimer mit kaltem Regenwasser steckt.
 
Meine Umstellung hatte ich im Juli begonnen und immer wieder konnte ich nach einigen Wochen eine Verbesserung feststellen. Ich bürstete weiterhin eifrig und wusch mir mit Wasser alle 7-10 Tage die Haare, doch war meistens der „Helm-Effekt“ da. Dieses wachsige Sebum ging mir auf die Nerven. Bis ich im November Roggenmehl ausprobierte. Ich gab 1-2 EL Roggenmehl in ein altes Marmeladeglas, ging in die Dusche und füllte das Glas (300ml) mit kaltem Wasser, Deckel drauf, gut durchschütteln und kurz hinstellen. Dann die Haare mit Wasser gut durchnässen. Nach und nach etwas der Roggenmehlflüssigkeit auf den Kopf gegeben und partienweise einmassiert. Den unteren Teil der Roggenmehlflüssigkeit (da wo auch so festere Teilchen noch dabei sind) habe ich zum duschen als Art Duschgel verwendet. Auf dem Kopf nutzte ich es nur einmal, aber da hatte ich so Probleme die ganzen weissen Fitzelchen aus den Haaren rauszubekommen. Als Duschgel ist es besser geeignet.
Und siehe da, nach der RM-Wäsche hatte ich „helmfreie“ wunderschöne, leichte, fluffige, voluminöse Haare!
Leider kam das Sebum unvermindert stark nach wenigen Tagen zurück. Laut meiner Facebook Gruppe hätte mein Sebum schon weniger und flüssiger werden sollen. Es blieb aber dickflüssig und liess sich fast gar nicht in die Längen bürsten. Dennoch liess ich mich nicht davon abbringen weiterzumachen, zudem ich ja ein halbes Jahr „durch“ hatte.
 

Der Durchbruch

Es war bereits Anfang Frühling (also nach ca. 9 Monaten) als mir ein lustiger Zufall zu Hilfe kam. Aus familiären Gründen vergass ich mein tägliches Bürsten über Tage hinweg. Mein Wachshelm tauchte nicht auf. Zumindest 7 Tage lang nicht. Dennoch bürstete ich vor dem Waschen alles ausgiebig durch um die Schmutzschicht der Kopfhaut zu lösen, kurz mit kaltem Wasser gewaschen und ich hatte wunderschönes Haar. Nicht fettig, nicht wachsig, sauber, schuppenfrei, herrlich. Das probierte ich noch mehrfach aus und vergrößerte auch den Waschabstand etwas, es klappte hervorragend. Seit diesem Moment seitdem genügt es, alle 10-14 Tage die Haare mit Wasser zu waschen, wenn ich vorher gut durchbürste. Dazwischen bürste ich gar nicht mehr, kämme nur mit einem groben Kamm durch.
 

Vorher-Nacher

Klar kann man WO gewaschenes Haar nicht mit Shampoo-gewaschenem Haar vergleichen. Es ist nicht so fein und pluderig (gottseidank), denn da flogen meine Haare immer so. Es ist dafür volumnöser, die Kopfhaut ist nicht mehr ausgetrocknet, Schuppen und Schuppenflechte sind weg, keine Kopfhautjucken mehr, ich bin einfach zufrieden. Auch scheint es mir, als ob viele Haare nachwachsen, da habe ich doch plötzlich jede Menge „Baby-Haare“.
 

Letzte Tips

Natürlich muss man die Kopfhaut während des waschens viel massieren und je kälter das Wasser ist umso besser geht es. Aber diese „Fingergymnastik“ beim Haarewaschen ist echt effektiv. Wer kein kaltes/kühles Wasser am Körper mag, ich wasche die Haare auch beim duschen immer kopfüber und mag dieses kalte Kopfmassieren unheimlich gerne. Ausserdem lasse ich meine Haare fast nur noch an der Luft trocknen, das geht inzwischen ganz schnell. Denn durch die Sebum-Schicht, ist das Haar ziemlich wasserabweisend geworden. Was auch beim Baden im Sommer im Schwimmbad prima ist. Aber hier nicht vergessen, das Chlor gut auszuwaschen.
 
Und das sind die Rezepte für die Haarwaschmittel, die ich als Ersatz für Shampoo während der Umstellungszeit benutzt habe (und die auch geholfen haben)
 
Eine einzige Reinigungswäsche mit Natron (um die Chemie rauszubekommen):
1 TL Natron
300ml Wasser
 
Roggenmeh/RM-Wäsche:
1-2 EL Roggenmehl (bloß kein Vollkorm)
ca 250-300ml Wasser
Das Mehl erst in der Dusche mit Wasser zusammenmixen, gut schütteln. Denn unter 10 Minuten ist die Waschreinigung besser, nach 10 Minuten pflegt es die Haare mehr als dass es reinigt. Deswegen habe ich das immer erst in der Dusche gemixt.
 Trockenshampoo selbst gemacht
Mein Notfall-Trockenshampoo (für dunkle Haare):
2 TL Backpulver
0,5 TL Zimt (oder Kakao)
Die Haare Sähne für Strähne abteilen und jedes Mal etwas Pulver in den Ansatz streuen und einmassieren. Am Besten ein Handtuch um die Schultern oder über Kopf, denn der Zimt/Kakao ist nachher überall am Körper zu finden, etwas unangenehm, aber im Notfall geht alles.
 
 

Nachtrag oder Good 2 Know

 
Während meines Experimentes ohne Shampoo stellte ich schnell fest, dass es genausowenig notwendig ist, die anderen Produkte wie Duschgel, Seife, Creme oder Lotion zu verwenden, wenn der Körper sich normalisiert hat. Denn dadurch, dass der Körper seine Schutzschicht auch beim Duschen behält und diese nicht mit Duschgel weggewaschen wird, ist ein eincremen nicht mehr notwendig.
Nach ein paar Wochen No Poo brauchte ich weder Duschgel noch Seife, auch keine Creme und Lotion mehr. Ich benutzte es einmal aus Versehen und Gedankenlosigkeit und musste es gleich wieder abwaschen, da es sich so falsch anfühlte.
Bis zu dem No Poo Experiment war meine Haut im Gesicht immer sehr fettig und unrein, die am Körper trocken und schuppig, teils mit Neigung zu Schuppenflechte.
Seit den Roggenmehlwäschen und jetzt mit dem alleinigen Wasser-Waschen ist alles wunderbar im Lot, ausgegelichen und angenehm natürlich. Denkt mal drüber nach, denn unser Körper ist prima dafür „ausgestattet“ ohne diese Mittel auszukommen.

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